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1. Update für die Instandhaltung 2018/2019
Einführungsvortrag Dr.-Ing. Michael Fiebrich, Bau Ingenieur Sozietät Sasse & Fiebrich, Aachen und Vorsitzender der GUEP, Krefeld

Überblick zu den aktuellen Tätigkeitsbereichen der GUEP, zum Stand des Gelbdruckverfahrens der Instandhaltungs-Richtlinie, der konstituierenden Sitzung des Ausbildungsbeirats „Sachkundiger Planer“ und der Umsetzung des EuGH-Urteils zu harmonisierten Bauprodukten in der Baupraxis.

 

2. Freiwillige Leistungsnachweise für harmonisierte Instandsetzungsprodukte zur Erfüllung bauaufsichtlicher Anforderungen nach den Vollzugshinweisen und der Muster-Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen, Kapitel D3
Dr.-Ing. Wilhelm Hintzen, Deutsches Institut für Bautechnik (DIBt), Berlin

Neben den ehemaligen Dokumentationsunterlagen  werden Gutachten des DIBt über die Herstellerdokumentation (Artikel 30 BauPVO gemäß Pressemitteilung DIBt 29.11.2017) oder alternativ die Bewertung einer technischen Herstellerdokumentation durch eine entsprechend Artikel 43 BauPVO qualifizierte Stelle als mögliche Leistungsnachweise für harmonisierte Instandsetzungsprodukte genannt. Wann ist mit ersten DIBt-Gutachten über technische Herstellerdokumentationen zu rechnen? Werden die DIBt-Gutachtendokumente für den sachkundigen Planer ausreichend (auch im Sinne eines Produktenvergleichs) sein, um beurteilen zu können, ob alle Leistungsmerkmale das Anforderungsniveau erreichen, das sich aus den Bauwerksanforderungen ergibt? Welchen Stellenwert haben die vorgenannten DIBt-Gutachten nach Artikel 30 BauPVO aus Sicht des DIBt im Vergleich zu denjenigen der qualifizierten Stellen nach Artikel 43 BauPVO?

 

3. Abschätzung der Druckfestigkeit von Bauwerksbetonen –  Bestandsaufnahme mit Hilfe zerstörender  und zerstörungsfreier Prüfungen
Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Breit, Melanie Merkel M.Eng.,
Technische Universität Kaiserslautern, Fachgebiet Werkstoffe im Bauwesen

Bei der Feststellung der Bestandsfestigkeit eines Betons kann der sachkundige Planer auf zerstörende oder zerstörungsfreie Untersuchungsmethoden setzen. Nach einer Vorstellung der Auswertung von zerstörenden Bohrkernprüfungen (DIN EN 13 791, Anhang A20: 2017) werden die Einsatzmöglichkeiten und -grenzen der zerstörungsfreien Rückprallmessungen erläutert. Ebenfalls erhalten Sie Hinweise auf die Hefte 616 und 619 der Schriftenreihe Deutscher Ausschuss für Stahlbeton.

 

4. Korrosionsrisiken und -mechanismen beim Instandsetzungsverfahren 8.3 ‚Erhöhung des elektrischen Widerstands durch Beschichtung‘ bei chloridkontaminierten Rissen in Stahlbetonbauteilen
Prof. Dr.-Ing. Christoph Gehlen, Technische Universität München, Centrum Baustoffe und Materialprüfung (cbm)

Zwischen dem anodischen Polarisationswiderstand und den Chloridgehalten in Rissen vermutet man nach neuesten Forschungsergebnissen eine Korrelation. Vor dem Hintergrund noch laufender experimenteller Laboruntersuchungen als auch  begleiteter Insitu-Untersuchungen im Rahmen des DFG-Forschungsvorhabens  können bereits vorsichtige Aussagen über die Mechanismen der Korrosion in kontaminierten Rissen getroffen werden; für die Praxis des sachkundigen Planers interessiert die Einschätzung des Korrosionsrisikos mit verwertbaren Hinweisen zur Behandlung von chloridkontaminierten Stahlbetonrissen.

 

5. Biogasbehälter aus Beton – Schadensmechanismen, Instandsetzungskonzepte und Bauprodukte
Prof. Dr.-Ing. Matthias M. Middel,
B+M Ingenieur- und Consultinggesellschaft mbH, Bergisch-Gladbach

Der sachkundige Planer für Betoninstandhaltung wird auch mit der Aufgabe konfrontiert, im Bereich von Biogasanlagen aus Beton eine Ist-Zustandsaufnahme mit Klärung der Schadensmechanismen durchzuführen sowie Instandsetzungskonzepte mit Spezifikation von Leistungsmerkmalen geeigneter Instandsetzungsprodukte auszuarbeiten. Nach Tabelle 4.2 in Teil 1 des Gelbdrucks der Instandhaltungs-Richtlinie werden im Wesentlichen die Expositionen gemäß DIN EN 206-1 in Verbindung mit DIN 1045-2 adressiert. Der Vortrag geht auf die spezifischen Schadensmechanismen bei Biogasanlagen bzw. Silageflächen aus Beton ein und erläutert geeignete materialtechnische Untersuchungen zur Ist-Zustandsaufnahme und Klärung der jeweils zutreffenden Schadensmechanismen. Neben Hinweisen auf zu beachtende Regelwerke (Normen, Richtlinien) und einschlägige Fachliteratur werden Konzepte möglicher Instandsetzungsoptionen und Hinweise auf Leistungsmerkmale für geeignete Instandsetzungsprodukte vorgestellt.

 

6. Ausführungsvarianten zur Gewährleistung der Dauerhaftigkeit von befahrenen Stahl- und Spannbetonparkflächen unter Berücksichtigung der Vorgaben des DBV-Merkblatts Parkhäuser und Tiefgaragen, Ausgabe 2018
Dipl.-Ing. Dieter Rudat,
ö.b.u.v. Sachverständiger für Massivbau und Sachverständiger für Betoninstandhaltung, München

Der Vortrag widmet sich alternativen Schutzmaßnahmen für Parkdeckflächen gemäß Tabelle 5 des DBV-Merkblatts zur Gewährleistung der Dauerhaftigkeit unter Berücksichtigung der Entwurfsgrundsätze. Vorgestellt werden die Schutzmaßnahmen für aufgehende Bauteile und die Ausführungsvarianten für Bauteile unter durchlässigen Belägen. Sind hierbei flexible Dichtschlämmen geeignete dauerhafte Schutzmaßnahmen mit Sperrwirkung gegenüber chloridkontaminiertem Tauwasser? Besondere Aufmerksamkeit wird der Frage gewidmet, welche Schutzmaßnahmen bei WU-Bodenplatten mit rückseitiger Durchfeuchtung nach derzeitigem Kenntnisstand dem Bauherrn gemäß Tabelle 7 als dauerhafte Lösungen angeboten werden können.

 

7. Einsatzmöglichkeiten und -grenzen quellfähiger Rissfüllstoffe – Leistungsmerkmale, Grundsätze der Planung, Projektbeispiele
Dipl.-Ing. Jörg de Hesselle,
IBE-Ingenieure GmbH + Co. KG, Hennef

Nach dem derzeitigen Diskussionsstand werden quellfähige Rissfüllstoffe (Acrylatgele) in den Gelbdruck der Instandhaltungs-Richtlinie aufgenommen. Derzeitig verfügt eine Reihe von Bauproduktherstellern über allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen des DIBt, die die Einsatzmöglichkeiten und -grenzen der Acrylatgele regeln. Die Anwendungsbereiche der ABZ verbieten den Einsatz der Acrylatgele in chloridkontaminierte Risse von Stahlbetonbauteilen. Bei karbonatisierten Rissflanken müssen die Betonstähle im nicht karbonatisierten Bereich liegen. Diese stringente Eingrenzung des Anwendungsbereichs wird diskutiert. Aus dem Erfahrungsportfolio des Referenten erwarten Sie Praxisbeispiele für den Einsatz von quellfähigen Rissfüllstoffen.

 

Der GUEP Planertag ist als jährlich wiederkehrendes Fachsymposium im Jahr 2005 ins Leben gerufen worden und ist Forum und Plattform für alle an der Betoninstandhaltung interessierten Kreise.