Workshops

Workshops: Planung von Betoninstandhaltungsmaßnahmen nach neuer Musterbauordnung und Bauproduktenverordnung unter Berücksichtigung der DIN EN 1504

Das Gelbdruckverfahren zur Instandhaltungs-Richtlinie, Ausgabe Juni 2016 ist am Veto der Deutschen Bauchemie gescheitert. Die Deutsche Bauchemie konnte bzw. kann das laufende Verfahren blockieren, weil die Vereinssatzung des DAfStb vorsieht, dass Richtlinien im Konsens der interessierten Kreise zu verabschieden sind. Die Deutsche Bauchemie argumentiert, dass die Instandhaltungs-Richtlinie nicht dem EuGH-Urteil C100/13, der europäischen Bauproduktenverordnung und weiteren europäischen Regeln entspricht.

Der Technische Ausschuss SIB strebt nun einen neuen Gelbdruck an. Dazu soll zunächst eine Leitlinie mit Zielen, Grundsätzen und Konsequenzen für die Instandhaltungs-Richtlinie innerhalb der interessierten Kreise als Basis für die Weiterbearbeitung verabschiedet werden.

 

Hintergrund und Rahmenbedingungen:

Vor diesem Hintergrund veranstaltet die GUEP diesen Workshop für sachkundige Planer und vermittelt Hilfestellung bei der Realisierung einer sachkundigen Planung nach dem derzeitigen Stand der Technik und stützt sich auf die Musterbauordnung und die Bauproduktenverordnung unter Berücksichtigung der DIN EN 1504. Dazu hat der Vorstand der GUEP einige grundsätzliche Anmerkungen formuliert:

a) Das Bauordnungsrecht (notifizierte Musterbauordnung 2016, die in Sachsen-Anhalt als Landesbauordnung eingeführt ist) fordert von den am Bau Beteiligten (Entwurfsverfasser, Bauherr, Unternehmer, Bauleiter), dass nur Bauprodukte in das Bauwerk eingebaut werden dürfen, die die Grundanforderungen an Bauwerke gemäß BauPVO erfüllen.

b) In der Begründung zum § 16 c der notifizierten Musterbauordnung heißt es auszugsweise:
„Es ist Aufgabe der am Bau Beteiligten (Bauherr, Entwurfsverfasser, Unternehmer, Bauleiter) sicherzustellen, dass die für ein Bauprodukt erklärten Leistungen ausreichend sind, um die Anforderungen zu erfüllen, die sich für die Bauprodukte aus den Bauwerksanforderungen ergeben. Erreichen die erklärten Leistungen nicht alle das Anforderungsniveau, weichen die Randbedingungen, unter denen die Bauprodukte verwendet werden von den in der harmonisierten technischen Spezifikation vorgesehenen Randbedingungen ab oder sind zu
bestimmten Merkmalen keine Leistungen ausgewiesen, so müssen die am Bau Beteiligten entscheiden, ob die Defizite so gering sind, dass von der Erfüllung der Bauwerksanforderungen trotzdem ausgegangen werden kann……..“

c) Es ist Stand der Technik, dass in den harmonisierten Normen für Instandsetzungsprodukte nicht alle wesentlichen Leistungsmerkmale und Anforderungen behandelt werden, die zur Erfüllung der Grundanforderungen an Bauwerke notwendig sind. Dies ist dem Sachstand geschuldet, dass die harmonisierte Instandsetzungsnormenreihe 1504, Teil 3, nicht der BauPVO, § 3, Absatz 2, entspricht: die wesentlichen Merkmale von Bauprodukten werden in den harmonisierten technischen Spezifikationen in Bezug auf die
Grundanforderungen an Bauwerke festgelegt.

d) Beabsichtigt ein Planer Instandsetzungsprodukte, die in den harmonisierten Normen adressiert werden, einzusetzen, wird er – um dem Bauordnungsrecht, § 3, Absatz 1 Rechnung tragen zu können – zusätzliche Leistungsmerkmale und Anforderungen präzisieren. Hierbei ist ihm der Teil 2 des Gelbdrucks eine große Hilfe; zudem repräsentiert dieser Teil den Stand der Technik.

e) Zudem wird der Planer um § 16 b, Absatz 1, Rechnung zu tragen ( Bauprodukte dürfen nur verwendet werden, wenn bei ihrer Verwendung die baulichen Anforderungen bei ordnungsgemäßer Instandhaltung während einer dem Zweck entsprechenden angemessenen Zeitdauer die Anforderungen dieses Gesetzes oder aufgrund dieses Gesetzes erfüllen und gebrauchstauglich sind) vom Produkthersteller eine Aussage zur Leistungsbeständigkeit des Bauproduktes gemäß BauPVO, § 6, Absatz 2, Punkt b), fordern. Um hierbei dem bisherigen Qualitätsniveau Rechnung zu tragen, wird ein Planer einen entsprechenden Fremdüberwachungsnachweis der Produktion für die am Bauwerk verwendeten Chargen fordern.

f) Bei dem zuvor genannten Prozedere kommt neben dem Planer dem Bauherrn eine besondere Rolle zu: Er muss bei konkreten Projekten dem Bauproduktenhersteller kommunizieren, dass seine Bauprodukte für die konkrete Baumaßnahme nur dann eingesetzt werden dürfen
– wenn in einer Leistungserklärung alle Leistungsmerkmale und zugehörigen Anforderungen, die zur Grundanforderungen an Bauwerke erfüllt sind, deklariert werden
–  die auf der Baustelle verwendeten Chargen hinsichtlich der Produktion fremdüberwacht werden.

(Anmerkung: Dieses Prozedere haben wir in den letzten Wochen im Rahmen von z. Z. laufenden Ausschreibungen als Planer mit Bauherrn und Bauproduktenherstellern realisiert.)

g) Auch wenn die Deutsche Bauchemie den Gelbdruck torpediert, wird es den Sachkundigen Planer nicht daran hindern, den Teil 1 anzuwenden (dieser entspricht der DIN EN 1504 Teil 9, die als Weißdruck vom DIN veröffentlicht wurde und damit die widerlegbare Vermutung zulässt, dass sie dem Stand der Technik entspricht) und auch nicht daran hindern, den Teil 2 einzusetzen, weil die dort niedergelegten Leistungsmerkmale ( differenziert nach Altbetonklassen ) dem derzeitigen Stand der Technik entsprechen.

 

Inhalt:

  • Es werden neben der Instandsetzung die Instandhaltungskomponenten Wartung, Inspektion und Verbesserung eingeführt sowie die Instandsetzung präzisiert. Grundlage hierfür ist DIN 31 051.
  • Die Aufgaben und die erforderliche Qualifikation des sachkundigen Planers wurden ergänzt und präzisiert.
  • Es wird die grundsätzliche Vorgehensweise bei der Instandhaltungsplanung beschrieben, wobei der Planer neben dem Instandsetzungskonzept das Wartungs- und Inspektionskonzept zu erarbeiten hat und neben dem Instandsetzungsplan ein Instandhaltungsplan als Arbeitsergebnis vorzulegen ist. Die Instandhaltungsplanung ist auf die Nutzungsdauer bzw. Restnutzungsdauer des instand zu setzenden Bauwerks ausgerichtet, wobei die grundsätzlichen Vorgaben der Nutzungsdauerklassen gemäß Eurocode 0 (DIN EN 1990 bauaufsichtlich eingeführt) sowie DIN EN 1504, Teil 9, berücksichtigt wurden.
  • Die Leistungsmerkmale für Produkte und Systeme sind auf der Basis der DIN EN 1504-3 völlig neu geregelt worden. Es werden Expositionen aus der Umgebung und dem Betonuntergrund über entsprechende Klassen definiert.
  • Es werden Altbetonklassen nach dem Vorbild der ZTV-W eingeführt.
  • Es sind neue Prinzipien und Verfahren für die Instandsetzung von Schäden durch Betonkorrosion auf der Basis der DIN EN 1504-9 beschrieben und aufgenommen worden.

 

 

Anforderungen an die Teilnehmer:

Erfahrung in der Planung der Instandhaltung von Betonbauwerken, möglichst Abschluss als „Zertifizierter Sachkundiger Planer für Betoninstandhaltung“

 

Referent:

Dr.-Ing. Michael Fiebrich,
Bau Ingenieur Sozietät Sasse & Fiebrich, Aachen und Vorsitzender der GUEP-Gütegemeinschaft Planung der Instandhaltung von Betonbauwerken e. V., Krefeld

 

Schwerpunkte:

  • Umfassende Darstellung der Instandsetzungsprinzipien und daraus resultierenden Verfahren bei Bewehrungskorrosion und bei Schäden im Beton gemäß DIN EN 1504, Teil 9
  • Leistungsmerkmale für Produkte und Systeme der flächigen Instandsetzung mit Mörtel und Beton sowie für das Schließen, Abdichten und Verbinden von Rissen für freiwillige Leistungserklärungen der Bauproduktenhersteller
  • Verfahren für die Berechnung / Abschätzung der Restnutzungsdauer / Nutzungsdauer für die Expositionsklassen XC, XD und XS gemäß Gelbdruck, Teil 5 sowie ZTV-W ‚Leistungsbereich 219‘ der Bundesanstalt für Wasserbau
  • Bemessung von Schichtdicken für Betonersatz bei den Expositionsklassen XC, XD und XS unter Beachtung der Restnutzungsdauer
  • Hinweise zur Ausgestaltung von Leistungsverzeichnissen gemäß Erlass der obersten Bauaufsichtsbehörden zum bauaufsichtlichen Vollzug von Oktober 2016 bei der Verwendung harmonisierter Bauprodukte nach der Bauproduktenverordnung
  • Bearbeitungsstand der Verwaltungsvorschrift „Technische Baubestimmungen“ (VVTB)

 

Ihr Nutzen:

  • Der Workshop wird auf der Basis der ministeriellen Erlasse der Bundesländer zum Vollzug des Bauordnungsrechts nach Bauproduktenverordnung sowie der Leitlinie zur Erstellung der Instandhaltungsrichtlinie des DAfStb abgehalten
  • Der Teilnehmer erhält Informationen aus erster Hand
  • Übungen vertiefen das aufgenommene Wissen

 

Abschluss:

Teilnahmebescheinigung der GUEP

 

Kosten:

450.- € zuzügl. MwSt. für GUEP-Mitglieder (und Mitglieder der ib-Gütegemeinschaft Berlin und Brandenburg*)
650,- € zuzügl. MwSt. für Nichtmitglieder
Die Teilnahmegebühr beinhaltet Unterlagen, Mittagsimbiss und Pausengetränke.

 

Uhrzeiten:

Der Workshop findet an beiden Tagen in der Zeit von 9:00 – 16:00 Uhr statt.

 

Veranstaltungsort 11.05. – 12.05.2017:

Der Workshop findet in Kooperation mit der Gütegemeinschaft Betoninstandsetzung Berlin und Brandenburg e.V. statt

Lehrbauhof Berlin-Marienfelde
Berufsförderungswerk der Fachgemeinschaft Bau
Berlin und Brandenburg gGmbH
Belßstr. 12
12277 Berlin
http://www.lehrbauhof-berlin.de/

Parkplätze stehen in begrenzter Anzahl kostenlos zur Verfügung. Es kann kein Anspruch auf einen Parkplatz auf dem Gelände des Berufsförderungswerks erhoben werden.

Übernachtung:
Sofern Sie ein Hotel benötigen, können Sie sich an der Hotelliste orientieren.

 

Veranstaltungsort 12.06. – 13.06.2017:

Mercure Parkhotel Krefelder Hof,
Uerdinger Straße 245, 47800 Krefeld
http://www.mercure.com/
Parkmöglichkeiten stehen auf dem hoteleigenen Parkplatz zur Verfügung
(Tagesticket 6,00 Euro)
Übernachtung:
Zimmer können im Mercure Parkhotel Krefelder Hof bis 6 Wochen vor Lehrgangsbeginn direkt in der Zimmerreservierung des Hotels unter 02151-584911 oder h5404-re@accor.com abgerufen werden (EZ 119,00 €/Nacht; DZ 139,00€/Nacht incl. Frühstück).

 

Veranstaltungsort 22.06. – 23.06.2017:

Ausbildungszentrum der Bauinnung Augsburg
Stätzlinger Str. 111
86165 Augsburg
http://www.abz-augsburg.de/

Übernachtung:
Sofern Sie ein Hotel benötigen, können Sie sich an der Hotelliste orientieren. Wir empfehlen Ihnen das Hotel „Bayerischer Wirt“ – dort ist eine angenehme Atmosphäre und es gibt biologische, regionale, gesundheitsbewusste und bayerische Küche.

 

Teilnahmebedingungen:

Ihre Anmeldung erbitten wir per Fax, Post oder E-Mail.
Die Anzahl der Teilnehmer ist begrenzt.
Bitte zahlen Sie die Teilnahmegebühr erst nach Erhalt Ihrer Rechnung unter Angabe der Rechnungsnummer auf unser Konto. Die Bestätigung mit der Rechnung wird Ihnen ca. 2 Wochen vor der Veranstaltung zugehen.

Die GUEP behält sich vor, das Programm aus aktuellem Anlass zu ändern sowie die Veranstaltung bei zu geringer Teilnehmerzahl abzusagen. Eine kostenfreie Stornierung mit Rückerstattung der Teilnehmergebühr ist bis 4 Wochen vor Veranstaltungsbeginn ausschließlich schriftlich (Fax oder per E-Mail) möglich. Danach wird, auch bei Nichterscheinen, die gesamte Teilnahmegebühr fällig.

 

Termine im Überblick:

11.05. – 12.05.2017 in Berlin – Anmeldung
12.06. – 13.06.2017 in Krefeld – Anmeldung
22.06. – 23.06.2017 in Augsburg – diese Veranstaltung fällt aufgrund zu geringer Teilnehmerzahl aus

 

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Gütegemeinschaft Planung
der Instandhaltung von
Betonbauwerken e. V.
Bökendonk 15 – 17
47809 Krefeld
Ansprechpartner: Dipl.-Ing. Peter Heil
Telefon: 02151 5155-31
Fax: 02151 5155-89
E-Mail:   info@guep.de
Internet: www.guep.de

 

 

* gilt für den in Kooperation durchgeführten Workshop in Berlin