Erfahrungsaustausch 2016

Vor der GUEP Mitgliederversammlung am 14.03.2016 fand der

10. Erfahrungsaustausch 

mit 38 Teilnehmern im Steigenberger Hotel Metropolitan, Frankfurt a.M., statt.

Um der Veranstaltung in diesem Jahr einen höheren Stellenwert einzuräumen, wurden diesmal vier Beiträge von insgesamt fünf Referenten präsentiert:

Wolfgang Hill, BS2 Sicherheitssysteme GmbH, Boppard, beteiligte sich mit einem Vortrag zur Bedeutung von Messdaten für den Planer und Bauherren bei der Instandsetzung von Parkbauten. Für die Beurteilung der Bauwerksubstanz sowie der Bewertung des Instandsetzungserfolges sind seit längeren Zeiträumen praxisbewährte draht- und energielose Monitoringsysteme in verschiedenen Bauwerken im Einsatz. In dem Vortrag wurden Nutzen und die Konsequenzen von Messwerten hinsichtlich der rechtlichen Sicherheit bei Mängeln sowie der Einfluss auf die Instandhaltungsplanung angesprochen.

Patrick Dorner, Proceq SA, Schwerzenbach, Schweiz, ging auf die Potentialfeldmessung zur Ortung von Bewehrungskorrosion ein. Die Bewehrungskorrosion ist bei Stahlbetonbauten die häufigste Schadensursache. Auslöser für die Korrosion sind die Karbonatisierung des Betons und die in den Beton eingedrungenen Chloride. Eine immer mehr an Bedeutung gewinnende Möglichkeit der Bauwerküberprüfung im Bereich Bewehrungskorrosion ist die zerstörungsfreie Potentialfeldmessung, meistens in Kombination mit Messung der Betonüberdeckung. Diese Messung zur Ortung und Zustandsbeurteilung der Korrosion speziell an optisch nicht ersichtlichen Schäden ist zeit- und kostensparender als ein genereller Abtrag der Betondeckung.

Dr. Diana Holzwarth, Asendorf Bauchemie Consult GmbH, Wiesbaden, und RA Birgit Schaarschmidt, Kanzlei Schaarschmidt, Frankfurt a.M., informierten zum Sachstand der Überarbeitung der WTA Merkblätter 5-1-99/D (Wartung von Betonbauwerken: Musterwartungsvertrag) und 5-7-99/D (Prüfen und Warten von Betonbauwerken). Hierbei geht es um die Rechte und Pflichten der Beiteiligten bei der Vergabe von Inspektions- und Wartungsverträgen. Ebenso standen die Rolle des Sachkundigen Planers und die Definition des Wartungsbegriffs für Betonbauwerke im Fokus des Vortrags. Frau Dr. Holzwarth richtete ihr Augenmerk auf die technischen Belange, während Frau Rechtsanwältin Schaarschmidt die juristischen Aspekte in einem dialogorientierten Referat beleuchtete.

Dr.-Ing. Michael Fiebrich, Sasse & Fiebrich Bau Ingenieur Sozietät, Aachen und Vorsitzender der GUEP, nahm Stellung zum Sachstand und der aktuellen Entwicklung der neuen MBO und der zugehörigen Verwaltungsvorschrift sowie zum Gelbdruck und zur Veröffentlichung der neuen Instandhaltungs-Richtlinie.

 

Die Diskussionen wurden auch in der Mittagspause sehr angeregt weiter geführt. Für das leibliche Wohl war ebenfalls gesorgt, so dass der kollegiale Austausch in einer angenehmen Atmosphäre stattfand.

Der Erfahrungsaustausch wurde von der Ingenieurkammer Bau als Fortbildung mit 3 U-Stunden anerkannt.

Alles in allem war der diesjährige Erfahrungaustausch wieder eine gelungene Veranstaltung.